Das "Wache stehen" kannst Du knicken... das ist (bzw. war) eine andere Kultur als bei Taylor Swift, wo irgendeine Schulklasse tagelang reihum 2-stundenweise im Rondo in einem Zelt war und damit sogar ins deutsche Buntfernsehen kam...
2009 war es glaube ich erstmals so, daß sich die Leute ca. eine Woche vor dem Konzert vor die Einlaßsperren gelegt haben, mit Isomatten und Minizelten. Das Stadion war mit denen überfordert und es muß eine zivilisatorische Katastrophe gewesen sein. Ein paar umliegende Büros hätten sich angeblich dann erbarmt und ihnen rudimentäre Wasch- und WC-Gelegenheiten besorgt.
2013 gab es dann den Höhepunkt, die ersten Camper kamen volle 4 Wochen vor der Premiere. Diesmal war man vorbereitet, es gab für das "Hüttendorf" sanitäre Einrichtungen, die Camper waren den Securities mit ihren Positionen bekannt und wurden auch quasi mitbeschützt. Direkt vor dem Einlaßtor wurde auch ein "Kanal" für die Zelte mit Absperrgitter errichtet, der ging dann bis zum Horizont und dort um die Ecke gab es auf der Wiese den restlichen Campingplatz... Ich hatte ein Handyfoto beim Einlaß im Vorbeigehen gemacht, zuvor kam man da gar nicht richtig hin, weil die Securities nur die bekannten Leute in diese Sektion ließen:
Das war eine ziemlich eingeschworene Gemeinde, und länger als ab und zu 1-2 Stunden konnte man da auch nicht wegbleiben. Irgendein Tent-Sharing wäre nicht durchgegangen...
Aber wie auch immer, das war einmal und ist Geschichte. Denn 2019 in La Défense kam es *nicht* zu einer vergleichbaren Situation, wohl auch weil den Leuten schon im Vorfeld (ohne exakte Begründung) signalisiert wurde, daß das nix bringen wird.
Und so war es auch, der Catwalk vor der Bühne wurde beim 2. Lied eingefahren, und danach weitere zweimal wieder raus- und reingefahren. Bei diesen insgesamt 5 Manövern wurde der komplette Innenraum vorne jeweils völlig durchmischt - wenn man im Intro seitlich stand, wurde man plötzlich nach vorne geschoben, und 3-4 Songs später wieder irgendwo nach hinten... Ergo war es nahezu wurscht, wo man ganz am Anfang stand und entsprechend klein war die Versuchung, da wochenlang zu campen.
Das hat auch etwas den Zahn gezogen, denn 2023 (und 2024) hielt es sich auch wieder in Grenzen. Diesmal war noch besser organisiert, je nach Einlaß-Gate wurden die "Schlangen" hinter dem Stadion auf der Brücke aufgereiht, und von dort dann zum Einlaß eskortiert.
HappyMax hat geschrieben: 19. Jun 2026, 14:10
Und woher weiß man, wo Dinge passieren? Habt ihr eine Glaskugel?
Tatsächlich versuchen die meisten hier das komplette Gegenteil, nämlich im Idealfall null Spoiler vorher mitzubekommen. Das ist nicht immer zu 100% möglich, dafür bretzelt es einem dann die Birne weg, wenn dann plötzlich was passiert. Ich wußte 2009 z.B. nicht, daß die "Transi" auf der Bühne beweglich sind. Also sie dann eine Stunde als starre Deko auf der Bühne hockten, und am Ende des Acoustic-Blocks urplötzlich aufstanden, dachte ich, da wären Drogen in der Atemluft...
Der Versuch, in die erste Reihe zu kommen, ist letztlich kaum machbar und lohnt auch nicht wirklich die Strapazen, sag ich einfach mal. Wenn Du in den Innenraum willst, und es ist Dir etwas wert, dann gehe am Morgen so früh wie möglich zum Spielort. Dort empfängt Dich die Security und reiht Dich irgendwo ein. Dann wartest Du je nach Uhrzeit halt irgendwas von 6-9 Stunden, dann geht es (relativ gesittet) im Gänsemarsch rein (das ist wie früher im Zirkus, wo die Raubtiere mit Zwischengattern in kleinen Gruppen in die Manege kamen...) dann wartest Du innen *nochmal* 3 Stunden... und dann siehst Du, was Du siehst. Mehr kann man nicht machen und mehr ist auch nicht sinnvoll.