Eurovision Song Contest

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Stuntman_Dan
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Ungelesener Beitrag von Stuntman_Dan »

Nee, nicht wirklich. Da war jetzt für mich nix dabei, was mich vom Hocker gehauen hätte.

Mit deiner Auswahl könnte ich aber leben. ;)

Ich fand auch den deutschen Beitrag im Vergleich zu den letzten Jahren überraschend gar nicht mal so schlecht.
Am stärksten fand ich ihn tatsächlich in seinem Rap-Part. Da hat er mich ein bisschen an Macklemore erinnert... :kicher:
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imagine
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Ungelesener Beitrag von imagine »

Wie zu erwarten isses dies Ukraine geworden... Statement oder nicht... Ich weiß es nicht 🤔🤷‍♂️.

Und die üblichen 0 Punkte für Deutschland entweder bei der Jury ist beim Publikum. Beim NDR sollte man sich echt Gedanken machen, wie man das Thema in Zukunft angeht. So richtig klappt's ja nicht und es wird langsam peinlich.
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Stuntman_Dan
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Ungelesener Beitrag von Stuntman_Dan »

imagine hat geschrieben: 15. Mai 2022, 01:14 Wie zu erwarten isses dies Ukraine geworden... Statement oder nicht... Ich weiß es nicht 🤔🤷‍♂️.
Ich schon. 12 Punkte von fast jedem Televote sind ein ganz klares Statement für Frieden und Solidarität mit der Ukraine. Die hätten jeden schicken können, das Ergebnis wäre vermutlich das Gleiche. Aber nicht falsch verstehen, ich denke der Beitrag wäre auch so auf jeden Fall in die Top 10 gekommen.
imagine hat geschrieben: 15. Mai 2022, 01:14 Und die üblichen 0 Punkte für Deutschland entweder bei der Jury ist beim Publikum. Beim NDR sollte man sich echt Gedanken machen, wie man das Thema in Zukunft angeht. So richtig klappt's ja nicht und es wird langsam peinlich.
Ich bleibe bei meiner Meinung, dass der deutsche Beitrag ziemlich ok war, aber eben kein ESC-Material.
In der Stefan Raab Ära gab es ja neben einem Sieg auch regelmäßig Top 10 Plätze. Aber ein neuer Stefan Raab scheint gerade leider nicht in Sicht. :dunno:
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MartinC
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Ungelesener Beitrag von MartinC »

Nun... ich habe im privaten Umfeld zuletzt auch immer wieder gehört, der deutsche Beitrag wäre doch "gar nicht soo schlecht". Man könnte antworten, daß er daher ja auch *doppelt* so viele Punkte bekam, gegenüber 2021. Und das ist ja dann "gar nicht soo schlecht"... :twisted:

Aber ist eigentlich schon mal jemanden aufgefallen, daß dieses "Lied" keinerlei Melodie hat? Der gesamte Beitrag hat musikalisch exakt drei Töne, eine (durchaus wohlklingende) Terz, schätze ich mal. Da gibt es sechs Möglichkeiten, die drei Töne anzuordnen, und eine davon hat er 3 Minuten lang wiederholt. Die Variante "hoch, runter". So wie das Jingle-Logo von der Telekom "dadada-di-daa". Gut, damit hatte sein Lied einen Ton mehr als das Telekom-Jingle, und das ist ja dann schon mal "gar nicht soo schlecht"... :vomstuhlfall:

Also das ist jetzt vielleicht ein verrückter Gedanke, aber bei einem Song-Contest, der sich "Song"-Contest nennt, vielleicht wäre es ja mal eine Idee - nur mal so ins Blaue - man könnte ja vielleicht, eventuell, also so mal als Versuch jetzt... mit einem SONG antreten? :gruebel:

Ein paar Gedanken zu einem in der öffentlichen Wahrnehmung unterschätztes sozio/politisch/kulturelles jährliches Massenexperiment:

1) Wer den ESC über die Jahre verfolgt hat, weiß, daß jedes Jahr seine eigenen Regeln hat, wie alles abschneidet, und das ist nicht vorhersehbar. Trotzdem regierte dieses Jahr das Chaos, so vorhersehbar (einerseits) und unvorhersehbar (andererseits) war es noch nie.

2) Daß die Ukraine gewinnt, stand fest, trotzdem war es überraschend, daß sie bei den Jurys nicht durchs Dach gegangen sind. In Deutschland war es klar, daß sie 12 Punkte bekommen (jedes andere Ergebnis hätte eine Debatte über die Jurymitglieder ausgelöst), aber ich finde es spannend, daß das in nahezu allen anderen Ländern nicht so gewesen sein muß. Ich hatte den Eindruck, daß die Mehrzahl der Jurys die Ukraine wie jeden anderen Beitrag bewertet haben.

3) Vom Publikum war es klar, daß die Ukraine gewinnt, wobei der Erdrutsch schon krass ist. Durchschnittlich mehr als 11 Punkte pro Land heißt, daß sie faktisch überall 12 Punkte hatten. Das hatte natürlich Konsequenzen für das restliche Feld - ich könnte mir vorstellen, daß hinter jeden 12 Punkten roundabout 80-90% der Stimmen stand, und das bedeutet, daß all "Normalos" (die Millionen Omas, und Ballermann-Gänger, und Leute, die von ihren Familien vors TV gezerrt wurden) diesmal Ukraine wie einen Honeypot gewählt haben - und dann eben für das restliche Feld *fehlten*.

4) Auffällig ist, daß die traditionellen "melodramatischen Balladen" aus den 70ern, die *immer* fürs Mittelfeld gereicht haben, diesmal komplett in die Tonne getreten wurden. Und ich vermute, weil deren langjähriges Stammpublikum diesmal geschlossen Ukraine gewählt hat. Das größte Opfer war die Schweiz, die zwar sehr altbacken klang, aber ein extrem schönes Lied mit einer sehr guten Melodie am Start hatte, und das wurde auch ohne Gehampel sehr gut gesungen. Wenn jemand ein Ergebnis von gestern bedauern möchte, dann bitte die Schweiz und nicht Deutschland...

5) Die Theorie, daß "Rockmusik" keine Chance hat... stimmt so überhaupt nicht. Schlechte Rockmusik hat keine große Chance. Wenn mich jetzt einer fragt, welches Lied mir selbst am besten gefallen hat, dann waren es die beiden neuen Songs, die Måneskin am Ende gespielt haben. Und im Vergleich dazu waren die 4-5 Rocknummern im Teilnehmerfeld albernes Herumgehampel. Ob jetzt dieses Jahr gute Rockmusik besser abgeschnitten hätte, ist akademisch, aber schlechte, alberne oder auch nur mittelmäßige eben nicht.

6) Und jetzt noch zu zwei *wirklichen* Überraschungen. Spanien? Echt jetzt? Das war doch genau die Art von Plastik-Shakira, mit der sich Spanien jetzt seit 20 Jahren mit Deutschland um den Platz 24 prügelt. Warum lief das so gut?? Meine einzige Erklärung ist es, daß es für diejenigen "Normalos", die *nicht* Ukraine wählen wollten, die beste Alternative war. Und wenn man die Ukraine abzieht, haben vermutlich relativ wenige Stimmen für 10 und 8 Punkte gereicht.

7) Und.. Serbien! Ganz ehrlich... je öfter ich das Ding gehört habe, umso besser hat es mir gefallen. Und mit so einer Nummer auf Platz 5 zu kommen (und zwar sowohl über die Jurys als auch massiv vom Publikum obendrauf) war für mich ehrlich die Überraschung des Abends.

Ich denke, wir wurden gestern Zeugen davon, daß das Publikum (zumindest zu einem Teil) nicht wirklich so deppert ist, wie man sonst glaubt. Diese ganzen Acts, die einen auf "witzisch" gemacht haben sind (abgesehen von Norwegen) komplett in die Tonne getreten worden - von diesem Kindergarten-Cowboypunk bis zu dieser lächerlichen Parodie auf Mädelbands, bei der sich die Runaways im Grabe umdrehen.

Aber der Tante aus Serbien mit ihrem heiligen Kreuzzug für den Abschluß von Krankenversicherungen für Künstler... man nimmt ihr schlichtweg ab, daß sie gaga ist und das *ernst* meint, und wenn sie dann damit auf Platz 5 kommt, dann heißt das letztendlich: Man sollte niemals versuchen, etwas "darzustellen", von dem man sich einbildet, damit gut anzukommen.

Wer es nicht mitbekommen hat, hier ein paar Gedanken über gesunde oder kranke Geister in gesunden oder kranken Körpern:



"Artist must be healthy"... endlich spricht das mal jemand mutig aus. Von wegen "Dépressive, l'artiste, exit, exit"... :kicher:

Erinnert sich jemand an Guildo Horn? Dem war damals in jeder Sekunde anzumerken, daß er das *ernst* meint... und während Klamauk sonst (damals) wirklich immer abgestraft wurde, kam er auf Platz 7 und rettete Deutschland damit sogar die nächste Teilnahme (es gab noch keine "Big 5", sondern es gab eine gemittelte Erfolgsquote).

Ob jetzt der Raab der einzige potentielle Heilsbringer ist, keine Ahnung. Aber wir fahren jetzt seit Jahren die Strategie, daß sich Deutschland so darstellen muß, wie wir uns selber gerne sehen: Der deutsche Beitrag muß POLITISCH KORREKT sein. Irgendwie witzisch, und woke, und gender, und queer, und weltoffen, und Friede, und Freude, und Eierkuchen, und überhaupt. Melodie? Song? Stimme? Völlig unwichtig, drei Töne, ach was, zwei Töne dadadada-daah-daah, wer bitte braucht in einem Song-Contest ein Riff, eine Melodie, irgendwas zum in der Badewanne singen.

Mit einem richtigen Song gewinnen, das mögen die Italiener machen. Für Deutschland muß es reichen, jemanden aufzustellen, der "nett" ist. Und wenn der dann verliert, dann war das mit Sicherheit eine ganz böse Intrige aller anderen... :gaga:

PS: Die 6 Punkte waren 2 von deutschen Touristen in Österreich, 2 von deutschen Touristen in der Schweiz, und 2 aus Estland, wo sich die Leute vermutlich auf dem Handy verdrückt haben. :pfeif:
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imagine
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Ungelesener Beitrag von imagine »

Der serbische Beitrag war definitiv das gewöhnlichste gestern Abend und hat zu Recht sowohl den Jury-Preis als auch Platz 5 bekommen.
MartinC hat geschrieben: 15. Mai 2022, 10:18 2) Daß die Ukraine gewinnt, stand fest, trotzdem war es überraschend, daß sie bei den Jurys nicht durchs Dach gegangen sind. In Deutschland war es klar, daß sie 12 Punkte bekommen (jedes andere Ergebnis hätte eine Debatte über die Jurymitglieder ausgelöst), aber ich finde es spannend, daß das in nahezu allen anderen Ländern nicht so gewesen sein muß. Ich hatte den Eindruck, daß die Mehrzahl der Jurys die Ukraine wie jeden anderen Beitrag bewertet haben.

3) Vom Publikum war es klar, daß die Ukraine gewinnt, wobei der Erdrutsch schon krass ist. Durchschnittlich mehr als 11 Punkte pro Land heißt, daß sie faktisch überall 12 Punkte hatten. Das hatte natürlich Konsequenzen für das restliche Feld - ich könnte mir vorstellen, daß hinter jeden 12 Punkten roundabout 80-90% der Stimmen stand, und das bedeutet, daß all "Normalos" (die Millionen Omas, und Ballermann-Gänger, und Leute, die von ihren Familien vors TV gezerrt wurden) diesmal Ukraine wie einen Honeypot gewählt haben - und dann eben für das restliche Feld *fehlten*.
Wobei ich schon glaube, dass der Beitrag ohne den Mitleids-Statement-Faktor nicht an die Spitze gekommen wäre. Top 10 vielleicht, aber auch nicht mehr.
MartinC hat geschrieben: 15. Mai 2022, 10:18 6) Und jetzt noch zu zwei *wirklichen* Überraschungen. Spanien? Echt jetzt? Das war doch genau die Art von Plastik-Shakira, mit der sich Spanien jetzt seit 20 Jahren mit Deutschland um den Platz 24 prügelt. Warum lief das so gut?? Meine einzige Erklärung ist es, daß es für diejenigen "Normalos", die *nicht* Ukraine wählen wollten, die beste Alternative war. Und wenn man die Ukraine abzieht, haben vermutlich relativ wenige Stimmen für 10 und 8 Punkte gereicht.
Es war halt der typische Latin-Pop-Haut-Brei, den man quasi jeden Sommer auch hierzulande erfolgreich in den Charts findet. Wenig Inhalt oder musikalischer Anspruch. Eine Bekannte meinte, man fährt die rhytmische sex sells Schiene... sehr passend. Leider aber halt auch einer der ansprechenderen spanischen Beiträge, die die letzten Jahre so kamen. :dunno:

Persönlich fand ich das Abschneiden vom UK überraschend. Die Beiträge waren ja in den letzten Jahren auch immer ganz gut, sich mit Deutschland um den letzten Platz zu streiten. Wäre meiner Meinung nach sogar gut gewesen, wenn der Gesang weniger quietschie-quietschie gewesen wäre. Das es dann für den zweiten Platz gereicht hat und sogar die Spitze bei den Jurys... man gönnt's dem UK trotzdem.
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Stuntman_Dan
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Ungelesener Beitrag von Stuntman_Dan »

Oh wow, obwohl ich jetzt von Martin als Depp, der von Musik null Ahnung hat, entlarvt wurde, bleibe ich trotzdem bei meiner Meinung... :kicher:

Nur zur Klarstellung, ich fand den deutschen Beitrag nicht wirklich gut und war auch von Anfang an mit der Auswahl dieses Beitrages nicht glücklich (aus den auch von Martin bereits genannten Gründen), weil das Ergebnis abzusehen war.

Ich kann es aber verstehen und nachvollziehen, wenn Leute den Song gut finden. Und wenn er dann bei drei Votings auf den 9. Platz gewählt wurde, dann ist das in Ordnung und kann man auch so stehen lassen. Letzter isser ja trotzdem geworden, also alles gut... ;)

Ich möchte hier aber auch noch einmal daran erinnern, dass Deutschland es besser kann und auch theoretisch weiß, wie es gehen könnte und das ist gar nicht mal soo lange her. 2018 belegte Michael Schulte den 4. Platz. Guter Sänger, gutes Songwriting, gute Musik eben wird dann auch entsprechend belohnt... :)
MartinC hat geschrieben: 15. Mai 2022, 10:18
Erinnert sich jemand an Guildo Horn? Dem war damals in jeder Sekunde anzumerken, daß er das *ernst* meint... und während Klamauk sonst (damals) wirklich immer abgestraft wurde, kam er auf Platz 7 und rettete Deutschland damit sogar die nächste Teilnahme (es gab noch keine "Big 5", sondern es gab eine gemittelte Erfolgsquote).
Ja klar, damit begann doch auch das Engagement von Stefan Raab beim ESC. Soweit ich weiß stammt der Titel "Gildo hat euch lieb!" aus der Feder von Stefan Raab und wurde auch von ihm produziert. Bei der Performance selber sieht man ihn ganz am Anfang als Dirigent des Orchesters. :kicher:
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Ungelesener Beitrag von OneHitWonder »

Tatsächlich fand ich den deutschen Beitrag spotan (muss gestehen, dass ich ihn kannte, aber nicht wusste, dass das unser ESC Beitrag ist) auch nicht schlecht :oops:. Aber das wars auch. Kein Überflieger. Man ist heute ja schon mit wenig zufrieden. Und wenn da ein Song so ist, dass er weder akustisch, noch sonstwie "weh tut", ist das schon was...

Er war halt irgendwie dem hiesigen Zeitgeist gechuldet: First of all: Nix falsch machen. Womöglich Individualität ausstrahlende Kanten sind böse und müssen ab. Aber an der Stelle war der Weg gegangen. Da war nix, wo ich gesagt hätte: Wow, alles (oder auch nur dies und das) richtig gemacht. Ein Direktticket ins Mittelfeld. Bedeutet: Reicht nicht in die Punkteränge nach Kriterien und erreicht auch die nicht, die das Polarisierende mögen.

Interssant war für mich persönlich was Anderes: Ich hatte 4-5 Favoriten und drei davon hatten auch die Jurys vorn. Normalerweise entlarvten die Jurys mich immer als Musikbanause. Tatsächlich konnte ich mich bei der No. 1 zwischen UK und Schweden nur schwer entscheiden. Ukraine: Ich hätte es ihnen von Herzen gegönnt. Aber Musik ist was für die Ohren und meine haben da verweigert. Ahnte natürlich schon, wie es kommen wird.

Bei Spanien dachte ich auch erst, meine Augen würden zuviel mitreden. Aber bei einem der Replay mal bewusst nur zugehört und da wurde zumindest nicht nur nix falsch gemacht. Musik muss mir gefallen. Wenn sie obendrein anspruchsvoll ist, schätze ich das. Muss aber nicht sein. Wie schon gesagt: Die Ohren sind der Chef.

Nach der Publikumswertung fragte ich mich kurz, ob die die Zahlen vertauscht haben. Die war für in Teilen ähnlich schlecht nachvollziehbar, wie in früheren Jahren die Jurywertung.

Aber: Gummibärchen, Chips, ESC - Immer ein unterhaltsamer Abend...
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THomasHH
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1. Die deutsche Jury hat UK (ohne kraine) 12 Punkte gegeben

Und meine Favoriten waren:
1. Frankreich
2. Portugal
3. Moldawien

Und der deutsche Beitrag war einfach schlecht. Martin hat es ja bereits lang und breit aufgeführt.
Ich bin willensstark und trotzdem schwach, eigensinnig und trotzdem Team-fähig, gefühlvoll und trotzdem kühl, tolerant und trotzdem egoistisch, depressiv und trotzdem voller Lebensfreude...
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MartinC
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Stuntman_Dan hat geschrieben: 15. Mai 2022, 14:06 Oh wow, obwohl ich jetzt von Martin als Depp, der von Musik null Ahnung hat, entlarvt wurde, bleibe ich trotzdem bei meiner Meinung...
Auf weh Zwick... ich habe nichts dergleichen sagen wollen... die Frage, ob einem etwas gefallen/bedeuten kann und die Frage, ob etwas ein "Song" ist, sind zwei verschiedene paar Stiefel. Es gibt komplette Musik-Genres, die strukturell "weniger als ein Song" sind, im eher trivialen Bereich jegliche Meditationsmusik, in der Hochkultur Minimal Music, im Underground Industrial Music. All das kann extrem eindrucksvoll sein, und niemand hat deshalb einen an der Klatsche, wenn es ihm/ihr gefällt... ;)

Was ich sagen wollte ist, daß der ESC zwar vielfältiger ist als sein Ruf, aber es gibt auch Konstanten - und eine Konstante ist es, daß die genannten Genres niemals eine Chance hatten oder haben werden, weil es am Ende immer "Songs" sind, die erfolgreich sind. Nicht immer der beste Song des Jahrgangs, aber eben Songs. Und wenn ein Beitrag "weniger als ein richtiger Song" ist, dann hilft es auch nicht, wenn der Sänger ein netter Mensch ist.

Der deutsche Beitrag war/ist sehr wohlklingend, und die meisten Leute würden ihn nicht "wegdrücken". Aber für den ESC ist es halt zu wenig, wenn alle anderen Beiträge *mehr* Song sind.

Die eigentliche Frage lautet ja: Welche der 24 anderen Beiträge waren denn klar *schwächer* als Deutschland? Und ich meine jetzt nicht, ob sie einem gefallen, sondern "strukturell" schwächer: Weniger Melodie, weniger Abwechslung, weniger Inhalt, weniger Originalität, weniger Show, weniger Substanz...?

Wenn ich über die Liste schaue, dann fällt mir außer Norwegen (das überhaupt keine Melodie im Refrain hatte, aber dafür in der Strophe mehr und insgesamt halt die Gaudi) niemand ein, von dem ich sagen würde: "Das hat aber jetzt ganz klar und objektiv weniger Substanz und müßte daher kategorisch *hinter* Deutschland platziert werden". Und wenn es niemanden gibt, der es ehrlich verdient hat, schlechter platziert zu werden, dann ist man eben selber letzter.
imagine hat geschrieben: 15. Mai 2022, 11:25 Es war halt der typische Latin-Pop-Haut-Brei, den man quasi jeden Sommer auch hierzulande erfolgreich in den Charts findet
Du hast völlig recht, aber meine Frage war: Spanien kam jahrelang fast immer mit so einer Latino/Disco/Party-Nummer und wurde *immer* abgestraft, und jetzt sind sie plötzlich mit dem selben Kram auf Platz 3. Das ist interessant.
imagine hat geschrieben: 15. Mai 2022, 11:25 Das es dann für den zweiten Platz gereicht hat und sogar die Spitze bei den Jurys... man gönnt's dem UK trotzdem
Stuntman_Dan hat geschrieben: 15. Mai 2022, 14:06 2018 belegte Michael Schulte den 4. Platz. Guter Sänger, gutes Songwriting, gute Musik eben wird dann auch entsprechend belohnt
Der kam, wie zuletzt Schulte, aus den Internet-Medien und hat dort eine große Fanbase. Das heißt, seine Musik (und sein Stil) wurde "so wie er ist" bereits erfolgreich. Das ist ein großer Unterschied zu irgendwelchen Flinzpiepen, die von den Labels oder dem Fernsehen am grünen Tisch gecasted und dann aufgrund irgendwelcher Theorien künstlich auf Hip inszeniert werden. Vor allem, wenn man als Kulturnation so autistisch ist, den eigenen nationalen Geschmack als verbindlich für den Rest der Welt zu betrachten.
THomasHH hat geschrieben: 15. Mai 2022, 18:14 Die deutsche Jury hat UK (ohne kraine) 12 Punkte gegeben
Stimmt... "nur" 10 Punkte für die Ukraine.

Aber ich sprach ja mal hochtrabend weiter oben von einem "sozio/politisch/kulturellem Massenexperiment". Bitte versteht mich jetzt absolut nicht falsch, aber ich möchte mal eine Frage aufwerfen: Einige westliche Jurys haben der Ukraine nur wenige oder sogar gar keine Punkte gegeben. Das hatte mit Sicherheit keinen politischen Grund, sondern die haben ganz strikt gesagt, wir beurteilen hier die Musik und sonst garnichts.

Aber jetzt stellt Euch mal vor, die deutsche Jury hätte der Ukraine keine 10 oder 12 Punkte gegeben. Die 5 Mitglieder sind ja namentlich bekannt... hätte das "keine Auswirkungen" gehabt? Hätten die in ihren jeweiligen Jobs danach uneingschränkt weitermachen können? Und was sagt das über die jeweiligen Länder aus?

Ich muß gestehen, daß ich es extrem unglücklich fand, daß man die Ukraine in dieser Form hat teilnehmen lassen, weil es eigentlich für alle Beteiligten nur Probleme bereitet hat. Natürlich haben die sich am Ende gefreut, diese Symphatie und Solidarität bekommen zu haben - aber genauso wird dieser Sieg ja für die Ewigkeit auch das Menetekel rumschleppen, gar kein musikalischer Sieg gewesen zu sein.

Wie wäre es gewesen, die ukrainische Band als Ehrengast einzuladen, und im großen Showteil hervorgehoben außerhalb des Wettbewerbs auftreten zu lassen. Und dazu schalten wir dann zwei Telefonnummern für den Wettbewerb:
- die normale Nummer zur Abstimmung, zu den normalen Gebühren
- eine zweite Sondernummer zur Abstimmung, bei der zusätzlich 1 Euro für die humanitäre Hilfe eingezogen wird

Und dann bekommt *jeder* Zuschauer die Wahl, welche Nummer er wählt. Und ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage, daß da europaweit eine gigantische Summe zusammengekommen wäre, mit der man unmittelbar und 1:1 Menschen hätte helfen und Menschen hätte retten können.

Und wäre das am Ende nicht z.B. eine sehr viel bessere Solidaritätsbekundung und ein Bekenntnis zur Ukraine gewesen, als "nur" alle Menschen psychologisch zu drängen, für sie zu voten und ihnen am Ende einen Sieg zu schenken, der außer Symbolkraft ja eigentlich überhaupt nichts bewirkt? :gruebel:
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MartinC hat geschrieben: 16. Mai 2022, 09:36 Der kam, wie zuletzt Schulte, aus den Internet-Medien und hat dort eine große Fanbase. Das heißt, seine Musik (und sein Stil) wurde "so wie er ist" bereits erfolgreich.
Okay, wusste ich gar nicht oder ist, wenn's angesprochen werden, an mir vorbei gegangen.
MartinC hat geschrieben: 16. Mai 2022, 09:36 Du hast völlig recht, aber meine Frage war: Spanien kam jahrelang fast immer mit so einer Latino/Disco/Party-Nummer und wurde *immer* abgestraft, und jetzt sind sie plötzlich mit dem selben Kram auf Platz 3. Das ist interessant.
Vielleicht weil es diesmal einfach den Massengeschmack viel mehr getroffen hat - es ist halt der Unterschied. Ich fand die meisten spanischen Beiträge der letzten Jahre ja auch eher schrecklich :D .
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